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CO2-Berichterstattung für Transportunternehmen: Was wird verlangt?

August 11, 2026
3 Min. Lesezeit
CO2-Berichterstattung für Transportunternehmen: Was wird verlangt?

Kurz gesagt: Nach den EU-Regeln gibt es derzeit keine eigene gesetzliche Pflicht für kleine und mittelgroße Transportunternehmen, CO2-Emissionen zu berichten. Die Anforderung kommt trotzdem - durch die Hintertür: Große Kunden, die selbst nach der EU-Nachhaltigkeitsrichtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) berichtspflichtig sind, müssen die Emissionen aus eingekauften Transporten beziffern und fragen deshalb ihre Transportunternehmen nach Zahlen. Und in öffentlichen Ausschreibungen zählen Klima und Umwelt immer stärker - in Norwegen etwa müssen sie in der Regel mit mindestens 30 Prozent gewichtet werden. Transportunternehmen, die ihre Emissionen dokumentieren können, gewinnen Aufträge. Wer das nicht kann, wird übergangen.

Warum werden Sie plötzlich nach Emissionen gefragt?

Haben Sie von einem Großkunden ein Formular bekommen, in dem nach Kraftstoffverbrauch und Emissionen je Auftrag gefragt wird? Damit sind Sie nicht allein. Die Erklärung liegt nicht beim Kunden, sondern in den Regeln, die für den Kunden gelten.

Die EU-Nachhaltigkeitsrichtlinie CSRD verpflichtet große Unternehmen, über Nachhaltigkeit zu berichten - einschließlich der Emissionen in der Wertschöpfungskette, der sogenannten Scope-3-Emissionen. Eingekaufte Transporte gehören zu den häufigsten und größten Scope-3-Posten. Mit anderen Worten: Ihr Kunde kann seinen eigenen Bericht nicht ohne Zahlen von Ihnen abgeben.

Die Regeln sind noch in Bewegung: Die EU hat die Berichtspflicht für mittelgroße Konzerne um zwei Jahre verschoben, und es laufen Vereinfachungsarbeiten ("Omnibus"), die die Schwellenwerte anheben. Aber die Richtung steht fest - und die allergrößten Kunden berichten bereits. Für Sie als Transportunternehmen gilt in der Praxis die Anforderung des Kunden, nicht der Paragraf im Gesetz.

Drei Treiber, die Transportunternehmen treffen

1. Die Berichtspflicht der Kunden (CSRD). Wie oben beschrieben: Große Auftraggeber brauchen Emissionszahlen je Lieferant - und nach und nach je Transportauftrag. Rechnen Sie damit, dass daraus vom "nice to have" eine Standardanlage in Transportverträgen wird.

2. Öffentliche Ausschreibungen. Öffentliche Auftraggeber gewichten Klima und Umwelt zunehmend. In Norwegen zum Beispiel müssen öffentliche Beschaffungen seit 2024 Klima- und Umweltaspekte in der Regel mit mindestens 30 Prozent gewichten. Wenn Sie für Kommunen, Regionen oder staatliche Stellen fahren - oder fahren wollen -, konkurrieren Sie zunehmend über Emissionen und nicht nur über den Preis.

3. Banken und Versicherer. Die Finanzbranche stellt bei Krediten für Fahrzeugkäufe und beim Abschluss von Versicherungen immer häufiger Klimafragen. Dokumentierte Emissionszahlen und ein Plan zur Erneuerung des Fuhrparks machen Sie zu einem besseren Kreditnehmer.

ISO 14083: der Standard hinter den Zahlen

Wenn Kunden nach Emissionszahlen fragen, wollen sie vergleichbare Zahlen. Die Norm ISO 14083 beschreibt, wie Treibhausgasemissionen aus Transportketten berechnet und zugeordnet werden - je Sendung, je Tonnenkilometer. Auf dieser Methodik bauen die großen Auftraggeber und ihre Berichtswerkzeuge auf.

Die Norm müssen Sie nicht lesen. Aber Sie sollten wissen, was sie für Sie bedeutet: Zahlen, die "auf dem Bierdeckel" ermittelt wurden - ein pauschaler Prozentsatz oder ein Durchschnittswert aus dem Internet -, werden zunehmend abgelehnt. Die Zahlen müssen auf dem tatsächlichen Betrieb beruhen: Kraftstoffverbrauch, gefahrene Kilometer und Auslastung.

Was Sie tatsächlich dokumentieren können müssen

In der Praxis läuft es auf drei Datenpunkte je Zeitraum oder je Auftrag hinaus:

  • Energieverbrauch: Liter Diesel/HVO oder kWh, je Fahrzeug.
  • Transportleistung: gefahrene Kilometer und wie viel Ladung an Bord war - auch Leerfahrten zählen.
  • Zuordnung: wie die Emissionen auf die einzelnen Kunden und Sendungen verteilt werden, die sich das Fahrzeug geteilt haben.

Beim letzten Punkt gibt die Tabelle auf. Die Emissionen eines Fahrzeugs auf fünfzehn Sendungen mit unterschiedlichen Gewichten und Entfernungen zu verteilen, jede Woche, das ganze Jahr - das ist eine Aufgabe für ein System, nicht für das Büro.

So lösen Sie es, ohne einen Nachhaltigkeitsberater einzustellen

Der Sinn eines TMS ist in diesem Zusammenhang einfach: Die Daten für die Emissionsberichterstattung sind weitgehend dieselben, die das System ohnehin erfasst, um den Betrieb zu steuern und abzurechnen - Fahrten, Kilometer, Ladung, Kraftstoff. Damit wird der CO2-Bericht zu einem Export, nicht zu einem Projekt.

Konkret sollten Sie Folgendes tun, in dieser Reihenfolge:

  1. Die Fahrdaten in ein System bringen. Ohne eine zusammengeführte Grundlage ist alles andere Raterei.
  2. Kraftstoff/Energie je Fahrzeug erfassen. Entweder über Flottenmanagement/Integration oder als feste Routine.
  3. Sich vom Systemanbieter den CO2-Bericht zeigen lassen. Kann er Zahlen je Kunde und je Auftrag nach anerkannter Methodik liefern? Wenn nicht: Fragen Sie nach dem Grund.
  4. Zahlen schicken, bevor der Kunde fragt. Ein Transportunternehmen, das der Rechnung Emissionszahlen beilegt, steht in der nächsten Preisverhandlung ganz anders da.

Emissionszahlen werden zum Wettbewerbsvorteil

Man kann das leicht als eine weitere Auflage sehen. Aber betrachten Sie es aus Sicht der Einkäuferin: Sie muss sich zwischen zwei Transportunternehmen mit gleichem Preis und gleicher Qualität entscheiden. Das eine liefert dokumentierte Emissionszahlen je Auftrag; das andere antwortet "darauf müssen wir zurückkommen". Welches macht ihr die Arbeit leichter?

Die nächsten Jahre werden die Transportunternehmen, die dokumentieren können, von denen trennen, die improvisieren müssen. Es ist günstiger, jetzt anzufangen, als alles in Panik aufzubauen, wenn die Ausschreibungsfrist vor der Tür steht.

Häufige Fragen

Ist die CO2-Berichterstattung für Transportunternehmen gesetzlich vorgeschrieben?

Für kleine und mittelgroße Transportunternehmen derzeit nicht direkt. Die Pflicht liegt über die CSRD bei großen Unternehmen - aber diese geben die Anforderung über die Wertschöpfungskette an ihre Transportunternehmen weiter. Und in öffentlichen Ausschreibungen wird die Umwelt zunehmend gewichtet.

Was sind Scope-3-Emissionen?

Emissionen, die in der Wertschöpfungskette einer Organisation entstehen, aber außerhalb ihrer eigenen Fahrzeuge und Gebäude. Wenn ein Verlader Transporte bei Ihnen einkauft, sind Ihre Emissionen Scope 3 des Kunden. Deshalb fragt er nach.

Was ist ISO 14083?

Eine internationale Norm für die Berechnung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen aus Transportketten. Sie stellt sicher, dass Zahlen verschiedener Transportunternehmen vergleichbar sind, und ist in der Praxis zur gemeinsamen Sprache für Emissionen in der Logistik geworden.

Reicht ein Durchschnittswert für den ganzen Fuhrpark?

Immer seltener. Kunden wollen Zahlen je Auftrag oder je Sendung, zugeordnet nach tatsächlichem Gewicht und tatsächlicher Entfernung. Dafür müssen die Emissionen aus echten Fahrdaten berechnet werden.

Wir fahren einige Fahrzeuge mit HVO - zählt das?

Ja, und genau so etwas sollte in der Berichterstattung sichtbar werden. Erneuerbarer Kraftstoff führt zu deutlich niedrigeren ausgewiesenen Emissionen, aber nur, wenn die Dokumentation zeigt, welche Fahrzeuge und Fahrten tatsächlich damit gefahren sind.

FleetX berechnet CO2-Emissionen direkt aus den Fahrdaten, die bereits im System liegen - je Fahrzeug, je Kunde und je Auftrag. Sehen Sie, wie es funktioniert.

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